Get a Life!

Erich-Kästner-Schule (Haupt- und Realschule), Wiesbaden

Eine Zigarettenschachtel, ein Lottoschein, ein Joghurtbecher, ein Handy und eine Einkaufstüte liegen auf dem Tisch. Laura, Atieo, Joscha und Lukas haben 15 Sekunden Zeit, um die Gegenstände, die für Sucht stehen, auszusortieren.

Mädchen vor dem auf der Tafel stehenden Motto des Projekttages „Get a Life! Es ist Dein Leben! Mach was draus!“
© R. Oeser

Bei der Zigarettenschachtel sind sie sich sofort einig, bei der Einkaufstüte und dem Handy sind sie sich unsicher. Anschließend diskutieren die vier darüber, was Sucht ist und wo sie anfängt.

Die Aufklärungsarbeit am Projekttag oblag aber nicht den Präventionsfachkräften, sondern sog. „Peers". Einen Tag vor dem eigentlichen Projekttag wurden die Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe zu den Themen Sucht, Gewalt, Sexualität, Freizeit und Freundschaft geschult und vermittelten ihr neu gewonnenes Wissen tags darauf an die Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klassen. „Wir haben uns dafür entschieden, hier an der Station zu arbeiten, um den Jüngeren beizubringen, dass es ungesund ist zu rauchen oder Alkohol zu trinken", sagten Christina (14) und Lorena (16). Die Fachkräfte standen an allen Stationen eines Erlebnisparcours, der von den Jugendlichen durchlaufen wurde, für weitergehende Fragen bereit.

Nach dem Parcours erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Klassenlehrerinnen und -lehrern einen „Präventionsstadtplan Wiesbaden", der anschließend im Klassenzimmer aufgehängt wurde. Hierzu wurden die Behörden und Institutionen, die die Schülerinnen und Schüler während des Projekttages kennengelernt hatten, in einem Stadtplan markiert und mit einer Beschreibung des jeweiligen Beratungs- und Informationsangebotes versehen. Genau dieser letzte Baustein des Projektes liegt den Initiatoren der AG „Impuls" besonders am Herzen: „Mit unserer Arbeit möchten wir vor allem unsere Beratungsstellen den Schülern bekanntmachen, damit sie in schwierigen Situationen wissen, an wen sie sich wenden können. Uns ist bewusst, dass eine weiterreichende Prävention in so einem kurzen Projekt nicht erreicht werden kann. Trotzdem ist es erstaunlich, welchen Kompetenzzuwachs die Peers innerhalb von eineinhalb Tagen zu verzeichnen haben. Die Verantwortung, die ihnen übertragen wird, potenziert ihr eigenes Wissen und stärkt deutlich ihr Selbstvertrauen", so Melanie Pulter vom Suchthilfezentrum Wiesbaden.

Kontakt:

www.erich-kaestner-schule-schierstein.de, praeventionsratwiesbadende