Sarah Wiener

Kochen und gesundes Essen stärken Körper, Geist und Seele!

10.07.2012 | Anfang September 2012 hat die Sarah-Wiener-Stiftung den Kinder-Oskar des Bremer Kindertages erhalten. Der Bremer Kindertag ist ein Fest, das jedes Jahr unter dem Motto „Kinder stark machen“ im Bremer Bürgerpark gefeiert wird. Der Veranstalter ehrt damit das vielfältige Engagement von Sarah Wiener.

Im Interview mit „Kinder stark machen“ spricht die TV-Köchin über den Wert von gesundem Essen, über den Spaß am gemeinsamen Zubereiten von Mahlzeiten und die Freude, schon die ganz Kleinen ans Abenteuer Kochen heranzuführen.

Sarah Wiener kocht gemeinsam mit fünf Kindern. Alle tragen eine Kochschürze.
© INKcorporated for Sanetta

Frau Wiener, macht Kochen Kinder stark?

„Aber klar! Wenn man eine köstliche Mahlzeit zubereitet hat, erhält man unmittelbar Anerkennung für seine Leistung. Sowohl in Form von Lob der Mit-Essenden als auch durch ein schmackhaftes Essen, das man selbst genießen kann. Kochen schult außerdem soziale Fähigkeiten wie Teamarbeit und planvolles Vorgehen, aber auch die Feinmotorik. Kochen und gesundes Essen stärken Körper, Geist und Seele.“

Ihre Stiftung setzt sich für die gesunde Ernährung von Kindern und Jugendlichen ein, Sie erhalten für diese Arbeit den Kinder-Oskar. Wie kam es dazu?

„Die Jury ist auf unsere Aktivitäten aufmerksam geworden und hat uns angeschrieben, dass sie uns mit dem Kinder-Oskar auszeichnen wollen. Das war eine ganz tolle Überraschung! Es ehrt uns sehr und motiviert auch ungemein, wenn man merkt, dass auch andere denken, dass man sinnvolle Arbeit macht.“

Sarah Wiener hinter einem Korb mit Gemüse.© Arne Lesmann

Ausgewogene Ernährung ist schon im frühen Kindesalter von großer Bedeutung. Wie weckt man bei Kindern die Lust auf gesundes Essen?

„Wenn sie ihr Essen selbst zubereiten, mögen Kinder eigentlich alles. „Gesundes Essen” klingt so nach Strafe, Lustfeindlichkeit und Verzicht. Warum eigentlich? Gesundes Essen ist immer auch schmackhaft, abwechslungsreich und sinnlich. Das muss die Botschaft sein. Ich sage auch lieber „vernünftige Ernährung”. Das bedeutet für mich vor allem, überhaupt zu wissen, was ich esse. Zum Beispiel indem ich meine Mahlzeiten selbst zubereite und mich nicht blind auf Fertignahrung verlasse.“

Welchen Tipp geben Sie dabei den Eltern, die sich ratsuchend an Sie wenden?

„Prinzipiell: Ab und an Pizza oder Schokolade ist in Ordnung. Aber kaufen Sie keinen Vorrat an Süßigkeiten und Chips für zu Hause und führen dann einen Abwehrkampf darum! Und Stichwort Vorbildfunktion: Wer selbst Vollkornbrot zum Frühstück isst, wird früher oder später auch seine Kinder davon überzeugen.“

Wie wichtig ist heutzutage ein gemeinsames Essen und wie kann man es in einen hektischen Alltag integrieren?

„Kochen ist die älteste Kulturleistung der Menschheit und zusammen eine Mahlzeit einnehmen hat so viele positive Auswirkungen auf eine Gemeinschaft. Wenn wir uns dafür keine Zeit mehr nehmen, ist das eine sehr traurige Entwicklung. Ich bin kein Zeitmanagement-Coach, der einen Rat geben kann, wie man sein Leben am besten organisiert. Ich kann nur an Eltern appellieren, ihre Prioritäten so zu setzen, dass Zeit für wenigstens eine gemeinsame Mahlzeit ist. Allerdings verurteile ich auch niemanden, der das nicht auf die Reihe bekommt – weil er oder sie zum Beispiel alleinerziehend ist und sich wirklich abstrampeln muss um die Familie durchzubringen.“

© Sarah Wiener Stiftung

Ab welchem Alter kann man Kinder an das Kochen heranführen?

„Da kann man schon bei Kleinkindern anfangen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder ihr Interesse an bestimmten Tätigkeiten, die sie bei Erwachsenen beobachten, schon selbst ausdrücken. Das kann man fördern.“

In Ihren Kochkursen arbeiten Sie auch mit den Kleinsten. Dürfen die Kids zum Gemüse-Schnippeln das Messer selbst in die Hand nehmen?

„Ja, unter Aufsicht schon. Natürlich zum Üben erst einmal ein kindgerechtes, nicht so scharfes Messer.“

Nach diesem Gespräch haben wir richtig Appetit bekommen. Was kommt heute Abend auf den Tisch?

„Mal sehen, was ich noch im Kühlschrank und im Gemüsekorb habe ...“

Für alle hungrigen Leser gibt’s exklusiv ein Rezept von Sarah Wiener zum Download:

Bunter Gemüse-Wrap (PDF 303 KB)