Peter Lustig

Kinder sind von Natur aus neugierig.

30.04.2013 | Endlich ist der Frühling da und alle genießen die wärmeren Tage und die aufblühende Natur. „Kinder stark machen“ fragt Peter Lustig, den bekannten Fernsehmoderator aus der Sendung „Löwenzahn", wie Kinder durch Erlebnisse in der Natur zu starken Persönlichkeiten werden können und welche Rolle die Erwachsenen dabei spielen.

Peter Lustig in einem blau-weiß gestreiften Sakko und Jeans-Latzhose lächelnd mit einem Löwenzahn
© dpa

Herr Lustig, über zwei Jahrzehnte haben Sie bei Klein und Groß die Neugierde und das Interesse an der Natur geweckt. Wie wurden fast 200 „Löwenzahn"-Sendungen einzigartig interessant?

„Ach, das war gar nicht so schwierig. Am Besten man schaut sich die Welt an wie ein Kind: neugierig und mit offenen Augen. Da gibt es im Alltag überall Dinge, bei denen man sich fragen kann „Warum ist das so und nicht anders?" Für mich ist es eine Art Denksport: Warum ist der Baum grün, der Himmel blau? Wie lebt ein Maulwurf? Warum hat ein Hund vier Beine und nicht drei? Kinderfragen sind ja manchmal nicht so einfach zu beantworten.

In meinen Jahren bei der Sendung „Löwenzahn" habe ich selbst viel gelernt. Mit dem „Löwenzahn"-Team eine Frage aufzudröseln, sie zu analysieren und dann kindgerecht wieder zusammen zu puzzeln - das war immer wieder eine Herausforderung und hat großen Spaß gemacht.“

Was können Kinder in der Natur erleben, das sie auch persönlich stark macht?

„Ich finde, dass Kinder von Natur aus neugierig sind. Jedes Kind kann mit seiner Beobachtungsgabe und Neugier zu einem erfolgreichen kleinen Forscher werden. Es gibt nämlich keine vermeintlich „dummen" Kinderfragen. Im Gegenteil: Erwachsene sollten Kinder ermutigen, Fragen zu stellen und ihnen zeigen, wie man die Antworten finden kann. Denken Sie doch mal daran, wie stolz ein Kind ist, wenn es etwas eigenständig herausgefunden hat! Diese Erfahrung ist ein großer Schub für das Selbstbewusstsein.“

Viele Menschen leben heute in der Stadt. Wie schaffe ich mit meinen Kindern ein Stück Natur in den eigenen vier Wänden?

„Das muss gar nichts Großes sein. Eigentlich genügt schon ein Blumentopf auf der Fensterbank. Kinder können hier lernen, dass in der Natur alles miteinander zusammen hängt und wir Menschen dafür mit verantwortlich sind. Zum Beispiel wächst eine Pflanze nur dann, wenn sie gegossen und gepflegt wird. Für ihre Mühen werden die Kinder dann entweder mit einer schönen Pflanze belohnt oder - wenn's vielleicht ein kleiner Kräutergarten in der Küche ist - können sie etwas ernten.“

In der Kampagne „Kinder stark machen“ geht es darum, die Persönlichkeit und das Selbstbewusstsein von Kindern für ein suchtfreies Leben zu stärken. Gab es in Ihrer Kindheit ein schönes Erlebnis, das Sie geprägt und innerlich gestärkt hat?

„Ach wissen Sie, ein konkretes Erlebnis könnte ich Ihnen da jetzt gar nicht nennen. Die schönsten Momente meiner Kindheit habe ich meinen Großeltern zu verdanken. Sie waren immer für mich da. Meine Oma war eine sehr liebevolle Frau, und mein Opa war genauso wie man sich einen Opa vorstellt: bastelnd und mit Glatze. Einfach großartig! Er hat in mir die Neugierde an der Welt geweckt. Und die ist mir ja zum Glück bis heute geblieben.“

Herr Lustig, vielen Dank!