Mirko Slomka

Alle Chancen auf den Titel!

26.04.2012 | Im Interview mit „Kinder stark machen“ spricht Hannover 96-Trainer Mirko Slomka über die bevorstehende EM, sein Leben für den Fußball und „starke Kinder“.

Mirko Sloma in grünem Hannover 96 Trikot im Stadion
© Hannover 96

Mirko, Fußball prägt Dein Leben – wie bist Du eigentlich zum Fußball gekommen?

„Ja, das war ganz klassisch bei mir - so, wie bei vielen Jungen und Mädchen auch heute noch. Ich habe immer mit Freunden nach der Schule gespielt, und irgendwann habe ich mich dann im Verein angemeldet. Weil das natürlich noch mehr Spaß macht: richtige Trikots, regelmäßige Einheiten mit einem Trainer, Spiele mit einem Schiedsrichter um Punkte. Das war eine tolle Zeit.“

Wie hat Fußball spielen Deine Kindheit geprägt?

Mirko Slomka ist Cheftrainer bei Hannover 96 und hat als Nachwuchstrainer und Jugendkoordinator gearbeitet. Neben seiner Trainertätigkeit engagiert er sich für soziale Projekte, u.a. für Lesestart Hannover e.V., Aktion Sonnenstrahl e.V. und Power Child e.V.

„Das war für mich das Schönste. Schon damals habe ich den Fußball geliebt.

Und, um ganz ehrlich zu sein, es hat natürlich auch deutlich mehr Spaß als Schule gemacht. Aber ich habe sehr schlaue Eltern, die immer Wert darauf gelegt haben, dass meine schulischen Leistungen stimmen und mich beim Fußball immer gefördert haben, weil für sie Sport einen hohen Stellenwert hat. Das habe ich mir für die Erziehung meiner Tochter und meines Sohnes abgeguckt. Erstmal ist die Schule wichtig, aber der Sport und die Freude, die man damit hat, sollten auch ihren Platz haben.“

Du hast als Nachwuchstrainer und Jugendkoordinator gearbeitet und dabei vielfältige Erfahrungen gesammelt. Was lernen die Kids Deiner Meinung nach neben dem Sport im Verein noch und wie können sie dadurch zu „starken Kindern” werden?

„Sie haben ein tolles Erlebnis in der Gruppe, müssen auf andere eingehen, lernen Rücksicht und Fairplay im Umgang miteinander. Durch den Sport können sie sich zu richtigen Persönlichkeiten entwickeln, weil sie lernen, auch mit Niederlagen umzugehen, die Leistung des Gegners zu respektieren. Wenn man so will, ist der Sport für Kinder eine „Charakter-Schule“.“

Als Trainer und Betreuer bist Du ein Vorbild nicht nur in sportlicher Hinsicht. Welchen Einfluss haben Trainer auf die Entwicklung von Kindern?

Fußball ist nach wie vor die Sportart Nummer eins bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Von den rund 6,7 Millionen Mitgliedern des DFB sind mehr als zwei Millionen Kinder und Jugendliche Mitglied in einem Fußballverein.

„Neben den Eltern ist der Trainer eine der wichtigsten Bezugspersonen überhaupt. Zu ihm haben die Kinder Vertrauen, weil er im Optimalfall das vorlebt, was sie stark macht. Zu einem Trainer ist das Verhältnis häufig auch besser und unbeschwerter als zu einem Lehrer. Deswegen halte ich es für wichtig, dass der Trainer gut ausgebildet ist und Erfahrung im Umgang mit Kindern besitzt.“

Du hast selbst zwei Kinder, 7 und 14 Jahre alt. Wie vermittelst Du ihnen Stärke für das Leben?

„Wir als Eltern übertragen ihnen Verantwortung, damit sie an ihren Aufgaben und Herausforderungen wachsen. Sie dürfen alleine Entscheidungen treffen - natürlich immer im Rahmen des Machbaren. Außerdem halte ich Nähe für wichtig. Wir frühstücken zum Beispiel täglich gemeinsam, anschließend kann ich häufig unsere Kinder in die Schule fahren, nachmittags oder abends lernen wir gemeinsam für die Schule. Oder ich bin bei ihren unterschiedlichen Sportaktivitäten dabei. Sie bekommen von meiner Frau und mir volle Unterstützung für das, was sie tun wollen, müssen aber lernen, dass sie im Leben nichts geschenkt bekommen. Wir stehen hinter ihnen, schenken ihnen Vertrauen für ihren Weg.“

Abschließend natürlich noch eine ganz wichtige Frage: Wie siehst Du die Chancen unseres Teams - wird Deutschland Europameister? Dein Tipp?

„Ich finde, dass Joachim Löw ein toller Trainer ist, der eine großartige Mannschaft geformt hat, die alle Chancen auf den Titel hat. Ich hoffe natürlich, dass mit Ron-Robert Zieler auch ein Spieler aus meiner Mannschaft dabei sein wird. Verdient hätte er die Nominierung.“

Vielen Dank Mirko!