Kristin Silbereisen

Im Olympischen Dorf ist man Teil einer großen „Sportfamilie“

03.08.2016 | Kristin Silbereisen ist Deutsche Meisterin im Tischtennis Einzel und war 2012 Olympiateilnehmerin in London. Kurz vor dem Start der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro verrät sie im Interview, wann ihre Leidenschaft für den Tischtennis-Sport geweckt wurde, wie sie die Olympischen Spiele als Athletin erlebt hat und warum sie sich als Botschafterin für die Kampagne „Rio bewegt.Uns.“ engagiert.

Porträt von Kristin Silbereisen
© „Rio bewegt.Uns.“

Frau Silbereisen, Tischtennis ist eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Wann wurde Ihre Leidenschaft für diesen Sport geweckt?

„Im Alter von circa sieben Jahren war ich das erste Mal in einer Tischtennishalle und habe bei den Minimeisterschaften mitgemacht. Danach schenkte unsere Tante uns eine Tischtennisplatte für den Hobbyraum und seitdem hatte mich die Leidenschaft gepackt.“

Wie können Eltern ihre Kinder an diese Sportart heranführen und sie motivieren, z. B. mal in einem Verein reinzuschnuppern?

„Am wichtigsten ist, dass die Kinder Spaß haben. Einfach mal zu einem Probetraining anmelden und die Kinder sich ausprobieren lassen. Was den Kindern Spaß macht, das werden sie dann auch weiter betreiben.“

Sie waren 2012 bei den Olympischen Spielen in London dabei. Wie war die Zeit? Was ist das Besondere an den Olympischen Spielen?

„Die Zeit war die beste Zeit meiner sportlichen Karriere. Ein paar Sätze reichen nicht, um das rüber zu bringen, was die Olympischen Spiele für mich bedeutet haben. Vor Ort erlebt man so ein unglaubliches Zusammengehörigkeitsgefühl. Im Olympischen Dorf fühlt man sich als Teil einer großen „Sportfamilie“. Alle haben das geschafft und können vor Ort sein. Man kämpft sportlich für sein Vaterland. Was gibt es Größeres, als bei solch einem Event den Deutschen Adler auf der Brust zu tragen? Für mich gab es nichts Größeres.“

Unser Kooperationspartner, der DJK-Sportverband, und Sie als Botschafterin engagieren sich für das Aktionsbündnis „Rio bewegt.Uns.“. Wofür steht die Kampagne?

„Die Kampagne „Rio bewegt.Uns.“ soll den Blick auch auf die Lebenssituation der Benachteiligten in Rio de Janeiro lenken. Die Menschen dort haben ein Anrecht auf eine bessere und gerechtere Zukunft. Sportliche Großereignisse wie Olympische und Paralympische Spiele müssen nachhaltig auch den Menschen in den Regionen zugutekommen, in denen sie stattfinden. In Deutschland und in Brasilien zeigen Menschen ihre Solidarität mit den Armen in Rio. Die Kampagne baut eine Brücke zwischen Brasilien und Deutschland.“

Was sind Ihre Aufgaben bzw. was wollen Sie als Botschafterin konkret erreichen?

„Als ehemalige Olympionikin und DJK Sportlerin versuche ich die Reichweite der Kampagne zu erweitern. Mir liegt besonders am Herzen, dass Sport, egal welcher, kein Privileg sein sollte und auch benachteiligte Personen in Rio dafür Unterstützung bekommen. Der Sport gibt einem so viel im Leben und ich hoffe, dass Rio – und besonders die Benachteiligten – von diesen Spielen profitieren können.“

Vielen Dank!