Harald Schmid

Harald Schmid macht sich stark für Kinder!

31.10.2011 | Die Kampagne „Kinder stark machen“ hat viele Gesichter. Eins davon ist Leichtathletik-Idol Harald Schmid. Seit vielen Jahren verfolgt er mit hohem Engagement das Ziel, Trainerinnen und Trainer für das wichtige Thema frühe Suchtvorbeugung im Vereinsalltag zu sensibilisieren.

Im Interview mit „Kinder stark machen“ erläutert Harald Schmid seine derzeitigen Aufgaben und Ziele in der Kampagne und berichtet vom Alltag vieler Vereine. Er lobt die Präventionsbemühungen und stellt gleichzeitig aber auch kritisch fest, dass viele Sportvereine auf die Einnahmen durch Alkoholwerbung und Alkoholausschank angewiesen sind. 

Potraitfoto Harald Schmid
© Harald Schmid

Harald, Du bist der Kampagne „Kinder stark machen“ schon lange als Botschafter und Projektleiter verbunden. Was genau ist Deine Aufgabe?

„Mir lag von Anfang an die Schulung der meist ehrenamtlichen Trainerinnen und Trainer, Übungsleiterinnen und Übungsleiter, in den Sportvereinen am Herzen. Sie sind wichtige Vorbilder für die Kinder und Jugendlichen und können viel Positives zu deren Entwicklung, auch außerhalb des Sports, beitragen. Ich entwickle in Absprache mit den Sportverbänden Schulungsangebote für Übungsleiterinnen und Übungsleiter, in denen wir praxisnah und vereinsnah vermitteln, wie im Sport Kinder stark gemacht werden können.“

Welche Sportverbände unterstützen Dich bei diesem Ansatz?

„Wir arbeiten seit vielen Jahren mit dem Deutschen Turner-Bund, dem Deutschen Handball-Bund und mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband zusammen. Auch mit dem Deutschen Olympischen Sportbund und der Deutschen Sportjugend besteht eine erfolgreiche Kooperation. Und natürlich ist auch „Deine“ Sportart dabei: der Deutsche Fußball-Bund hat unser Qualifizierungsangebot „Kinder stark machen“ in sein Kurzschulungsprogramm aufgenommen. Alle 21 Landesverbände des DFB bieten jetzt diese Schulungen für ihre Trainerinnen und Trainer an.“

Fußball ist ein gutes Stichwort. Beim Fußball ist die Verbindung zwischen Sport und Werbung für Alkohol besonders ausgeprägt – stellt das für Deine Arbeit mit den Vereinen ein Problem dar?

„Das ist nicht nur im Fußball so. Auch andere Sportarten leben von den Einnahmen durch Alkoholwerbung und Alkoholausschank. Das ist Vereinsalltag. Ich sehe das natürlich kritisch, aber ich erlebe auch gleichzeitig, wie stark sich Vereine im Präventionsbereich engagieren.“

Gerade im Umgang mit Alkohol ist die Vorbildrolle der Erwachsenen für Kinder und Jugendliche besonders wichtig. Was genau unternehmen Vereine, um dieser Verantwortung gerecht zu werden?

„Es gibt viele gute Beispiele bei denen Trainerinnen und Trainer, Übungsleiterinnen und Übungsleiter sich mit Kindern und Jugendlichen mit diesem Thema auseinandersetzen, Informationstage durchführen oder gemeinsame Regeln für den Umgang mit Alkohol in ihrem Sportverein erarbeiten. Das geht sogar soweit, dass ganze Vereine ihre Jugendarbeit unter das Motto „Kinder stark machen“ stellen. Dann finden z. B. alle Kinder- und Jugendveranstaltungen ohne Alkoholausschank statt, was auch auf positive Resonanz bei den Eltern stößt. „Kinder stark machen“ im Sportverein kann einfach sein, zumal die Bundeszentrale die Sportvereine bei ihren Aktivitäten mit Rat und Tat unterstützt.“

Lieber Harald, danke für das Gespräch.