Alois Banneyer

Theater – ein Live-Erlebnis das fasziniert!

30.04.2014 | Alois Banneyer ist Theaterpädagoge und Mitorganisator des Kulturvolksfestes in Recklinghausen. Im Interview erklärt er, warum „Kinder stark machen“ so gut ins Gesamtkonzept des Kulturvolksfestes der Ruhrfestspiele passt. Außerdem stellt er fest, dass das Theater seine Faszination als Live-Erlebnis bei Kindern und Jugendlichen – auch im Zeitalter von Internet, Smartphones und Fernsehen – nicht verloren hat und dass Theaterpädagogik viele Möglichkeiten bietet, Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu stärken.

Portrait Alois Banneyer
© Ruhrfestspiele Recklinghausen

Herr Banneyer, die Ruhrfestspiele Recklinghausen sind seit 68 Jahren ein kulturelles Highlight in der gesamten Region. Was erwartet die Gäste in diesem Jahr?


„Die Ruhrfestspiele beginnen alljährlich mit dem Kulturvolksfest am 1. Mai und der Theaterpremiere am 3. Mai und enden Mitte Juni. Am Vorabend des letzten Tages findet seit 2005 jeweils ein Abschlusskonzert statt. Wir haben etwa zehn Spielorte unterschiedlichster Größe: Vom Großen Haus im Ruhrfestspielhaus mit Platz für 1.000 Zuschauer – bis zum Friseursalon. Innerhalb der sechs Wochen finden dort etwa 300 Aufführungen statt, die von rund 70.000 Zuschauern besucht werden.“

Warum haben Sie die BZgA nun schon zum vierten Mal eingeladen, am 1. Mai mit „Kinder stark machen“ dabei zu sein?


„Das Erlebnisland von „Kinder stark machen“ verwirklicht den Anspruch, ein attraktives Programm für Familien zu bieten in einer Art und Weise, wie wir es allein nicht könnten. Auch „ernstere“ Themen dürfen und sollen bei uns Platz haben. Kultur und „Kinder stark machen“ passen gut zusammen. Wir wollen Eltern im Umfeld des Festes durch die Mitmach-Aktionen im Erlebnisland und auf der Bühne dafür sensibilisieren, wie Persönlichkeitsstärkung aussehen kann. Besonders freuen wir uns darüber, dass in diesem Jahr „Kinder stark machen“-Botschafterin Singa vom KiKA dabei ist.“

Für viele Kinder und Jugendliche hat Unterhaltung in erster Linie etwas mit Internet, Smartphones und Fernsehen zu tun. Ist Kinder- und Jugendtheater heute noch interessant für die junge Generation?


„Theater übt als Live-Erlebnis nach wie vor seine Faszination aus – aber auch das Zuschauen muss geübt werden. Deshalb ist es eine wichtige Aufgabe für Schulen und Eltern, Kindern und Jugendlichen Kulturerlebnisse zu ermöglichen. In Nordrhein-Westfalen bieten etwa die Landesprogamme wie der „Kulturrucksack“, „Kultur macht stark“ und „Kultur und Schule“ vielfältige Förderungsmöglichkeiten. In allen Aktionen sind die Ruhrfestspiele beteiligt.“

Inwiefern kann Theaterpädagogik mit dazu beitragen, dass sich Kinder zu starken Persönlichkeiten entwickeln?


„Kleine Kinder lieben es (noch), sich zu verkleiden und in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Hier kann das Theater für die Darstellung von Gefühlen oder auch für die Beschreibung gesellschaftlicher Probleme seine Aufgabe finden. Bei Theaterworkshops in Schulen entwickelt sich oft eine Gruppendynamik, die im „normalen“ Unterricht keinen Platz hat. Trotz Lampenfieber ist der Erfolg oft garantiert: Das „Wir-Gefühl“ in der Gruppe wird gestärkt, alle finden sich in ihrer Rolle – am Ende gibt’s Applaus und Anerkennung für die geleistete Arbeit.“